Testbericht - C.A.M.P. Rapid Racing Skitourenrucksack

Pro

  • Sehr geringes Gewicht
  • Optimiert für schnelle Handhabung
  • Reduziert auf das Notwendigste

Kontra

  • Hüft- und Brustschnallen sehr klein

erschienen. Ich selbst konnte mich jedoch nicht für einen Wettkampf in den Bergen begeistern. Dennoch finde ich die damit verbundenen technischen Entwicklungen sehr interessant. Angefangen von ultraleichten Bindungen und Skischuhen, die auf den ersten Blick nichts mehr mit Skischuhen zu tun haben, oder wie ich euch heute vorstelle, einen Rucksack für Skialpinismus-Wettkämpfe – den Rapid Racing Rucksack von C.A.M.P. aus Italien.


Erster Eindruck

Beim ersten Anfassen fällt sofort das geringe Gewicht des Rucksacks auf. Nur 300 Gramm bringt das Leichtgewicht auf die Waage. Dennoch wirkt der Rucksack sehr robust und schlank designed. Mit einem Volumen von 20 Litern gehört er definitiv zu den Minimalisten unter den Skitourenrucksäcken. Dennoch bietet er ausreichend Platz für die gesamte Skitourenausrüstung, die sich ideal im Rucksack sortieren lässt. Insgesamt gibt es eine Vielzahl an Details an diesem Rucksack, die ich hier einmal anführen möchte.

  • X-Press-Hauptskihalter mit innovativem, regulierbarem Haken
  • Regulierbare untere Schlaufe der Skihalterung
  • Zweite Skihalterung mit versenkbarer Schlinge oben und abnehmbarem Riemen unten
  • Tunnel-Steigeisenfach mit seitlicher Öffnung, Zugriff ohne Abnahme des Rucksacks möglich. Mit Klettverschluss und Magnet für einen perfekten Verschluss des Fachs ausgestattet
  • Steigeisenfach kann mit dem Hauptfach verbunden werden
  • Pickelhalter mit elastischer Schnur oben und abnehmbaren Riemen unten
  • Truck Bull-System, um bei Teamrennen einem Partner ziehen zu können
  • Innentasche für kleine Gegenstände
  • Innere Halterung für den Schaufelstiel und die Sonde
  • Innere Schnallen für die Schaufelblattbefestigung
  • Weiches Rückenteil aus ultraleichtem und atmungsaktivem Mesh
  • Atmungsaktive Netzschultergurte mit Trinkflaschenhalterung
  • Vorgerüstet für Hydrobag
  • Mit Signal-Pfeife

 

Mein erster Eindruck ist sehr positiv. Das geringe Gewicht sowie die hochwertige Verarbeitung haben mir sehr gut gefallen. Der Rucksack wirkt wie ein durchdachtes Konzept mit vielen praktischen Features, die sich im Test beweisen dürfen. Der dafür notwendige Schnee ließ nicht lange auf sich warten, und die ersten Skitouren mit dem Rapid Racing konnten losgehen. Das Auffälligste am Rapid Racing ist definitiv die Skihalterung mit dem markanten Clip am rechten Träger, die eine schnelle Befestigung am Rucksack ermöglichen soll. Diese habe ich gleich vor der ersten Tour getestet, um zu schauen, ob das System wirklich so gut funktioniert wie behauptet.

 


Im Einsatz

Der X-Press-Skihalter ist auch bei anderen Skitourenrucksäcken von C.A.M.P. verfügbar und keine absolute Neuheit. Bei meinem vorherigen C.A.M.P.-Rucksack bin ich mit dem System irgendwie nicht so ganz warm geworden. Deshalb wollte ich mich dem System noch einmal in Ruhe widmen. Wie im Video zu sehen ist, wird der Ski zuerst durch die Schlaufe unten eingefädelt und anschließend mit dem am Gummiband befestigten Haken hinter dem Kopf montiert. Nach einigen Versuchen und dem Anpassen der Spannung des Gummibands funktionierte es jedoch immer besser. Das Gummiband ist jedoch lediglich am Schulterträger angeknotet. Diesen Knoten habe ich gelöst und somit das Gummi etwas verlängert, so dass es immer noch den Haken zurückzieht. Der Schulterträger wird beim Montieren des Skis jedoch nicht zu stark nach oben gezogen. Nach einigen Versuchen funktionierte die Montage jedoch recht gut und immer schneller. Wer plant, bei Skialpinismus-Wettkämpfen teilzunehmen, bekommt mit diesem System eine blitzschnelle Befestigungsmethode, bei der der Rucksack nicht abgelegt werden muss. Die Handhabung sollte jedoch geübt werden, damit der Ablauf wirklich in Fleisch und Blut übergeht und man nicht wertvolle Zeit verliert.

 

Neben diesem Hauptfeature bietet der Rapid Racing einige Details, die mir ebenfalls sehr gut gefallen haben und die nicht nur bei Wettkämpfen praktisch sein können. Zum Beispiel das Truck Bull-System: Dabei handelt es sich um ein kleines Band, das am Unterteil des Rucksacks herausgezogen werden kann. Der Sinn dahinter ist, dass man bei Teamrennen seinen Teamkollegen etwas unterstützen kann und diesen über das Band mitziehen kann. Aber auch abseits von Wettkämpfen hat sich das Band bereits bewährt. Wer öfter als Skifahrer mit Snowboardern unterwegs ist, kennt das Problem. Bei Flachstellen benötigen die Snowboarder öfter einmal Unterstützung und müssen gezogen oder geschoben werden. Dieses Band ermöglicht es, diese Tätigkeit deutlich bequemer auszuführen, und man hat immer noch beide Hände frei, um sich mit den Skistöcken abzustoßen.

 

Im Unterbereich des Rucksacks gibt es ein mit Magneten und Klettverschluss verschlossenes Fach für Steigeisen, das sich einfach erreichen lässt, wenn der Rucksack angelegt ist. Vor allem dank der großen Schlaufe ist eine einfache Handhabung gewährleistet. Bei Touren, bei denen keine Steigeisen notwendig sind, können auch die Harscheisen oder bei der Abfahrt die Felle verstaut werden, ohne dass dabei die restliche Ausrüstung mit Schnee oder spitzen Gegenständen in Kontakt kommt. Getrennt wird dieses untere Fach im Inneren mit einem Reißverschluss, durch den das Hauptfach auch erweitert werden kann. Besonders gut gefallen hat mir, dass seitlich noch Platz gelassen wurde, um die Sonde und den Schaufelstiel einzufädeln, ohne dass mit dem Reißverschluss hantiert werden muss.

Des Weiteren gibt es im Inneren noch ein Fach für Kleinteile, das für Ordnung sorgt. Ich habe darin Wachs sowie Taschentücher und ein kleines Messer verpackt. Außen am Rucksack findet sich noch eine Halterung für den Eispickel sowie eine kleine Signalpfeife. Natürlich gibt es auch eine Durchführung für eine Trinkblase.

Bei der ersten Skitour gefiel mir der Tragekomfort des Rapid Racing sowie die durchdachte und einfache Handhabung während der Tour. Bei anderen Rucksäcken bin ich es gewohnt, für jede Kleinigkeit den Rucksack ablegen zu müssen, um zur Ausrüstung zu kommen. Das Steigeisenfach habe ich bei den ersten Tests mangels Steigeisenbedarf mit der Thermoskanne gefüllt, um diese schnell erreichen zu können. So waren auch kleinere Pausen mit einem warmen Tee möglich, ohne dass der Rucksack runter musste. Bei der Abfahrt kamen dann noch die Felle dazu, was auch platztechnisch kein Problem ist.

Mir ist jedoch aufgefallen, dass der Rucksack für sehr athletische Personen sowie dünnere Bekleidung konzipiert wurde. Bei einem Alpinismus-Wettkampf wird man wohl nicht in einer mit Schafwolle gefütterten Jacke antreten, bei Temperaturen um die minus 10 sowie einem gemütlichen Tempo eher schon. Dabei ist man mit der Hüft- und Brustschnalle schnell einmal am Limit. Auch die Schnallen sind mit dickeren Handschuhen nur umständlich zu handhaben. Ein paar Zentimeter mehr Band würden nicht wirklich ins Gewicht fallen und den Komfort etwas erhöhen. Die Schnallen dürften auch etwas größer ausfallen. Auch wenn sie sich auch mit dicken Handschuhen leicht öffnen lassen, kann das Schließen etwas schwerer fallen. Ich verstehe natürlich, dass der Rucksack eigentlich dafür konzipiert wurde, um im Optimalfall nur einmal angelegt zu werden und oben zu bleiben. Dennoch würde es die Vielseitigkeit des Rucksacks abseits von Wettkämpfen erhöhen. Trotz der kleinen Schnallen und dem dünnen Band sitzt der Rucksack bei der Abfahrt sehr gut. Kein Herumrutschen, kein Wackeln. Auch wenn man den Bodenkontakt mit den Skiern einmal hinter sich lässt, fliegt der Rucksack nicht unkontrolliert durch die Luft, sondern bleibt in einer festen Position am Rücken, was mir sehr gut gefallen hat.

Fazit

Die ersten Skitouren des Jahres haben mit dem Rapid Racing von C.A.M.P. wirklich viel Spaß gemacht. Auch abseits von Wettkämpfen habe ich wirklich Gefallen an diesem Sondermodell unter den Skitourenrucksäcken gefunden. Das geringe Gewicht sowie die hochwertigen Materialien und die durchdachten Features machen den Rapid Racing zu einer erstklassigen Wahl für einen kleinen Skitourenrucksack. Das X-Press Befestigungssystem funktioniert wirklich sehr gut, erfordert jedoch etwas Übung, um wirklich schnell damit umgehen zu können. Auch der Tragekomfort mit Skiern am Rücken ist verhältnismäßig hoch, obwohl es meiner Meinung nach bequemere, aber keine schnellere Methode gibt. Insgesamt hat mich begeistert, dass der Rucksack im Idealfall vor dem Start angelegt wird und anschließend immer am Rücken bleibt. Einzig die Lawinenausrüstung erfordert ein Ablegen, alles andere lässt sich schnell und einfach erreichen. Wer selbst an Wettkämpfen teilnimmt oder bei Touren Wert auf geringes Gewicht sowie eine einfache Handhabung legt, trifft mit dem Rapid Racing eine sehr gute Wahl.

 

Vielen Dank an das Team von Outsidestories für die Zurverfügungstellung des Rucksacks..

 

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